Sonntag, 16. November 2008

Zu klein

Seit Freitag nachmittag bin ich (nach einer Rekordzeitfahrt von nur 2,5h) in Emden. Hier habe ich den Großteil meines Lebens verbracht und ich kann wirklich nicht sagen, dass es mir nicht gefallen hätte. Emden ist zwar mit 50.000 Einwohnern relativ klein, hat mir aber alles geboten was ich zum erwachsen werden braucht - mit all den Höhen, Tiefen und Verrücktheiten die so dazu gehören.
Bisher bin ich immer gerne zurück gekommen und auch wenn sich das nicht ändern wird musste ich in den letzten Tagen feststellen, dass sich mein Verhältnis zu diesem Ort geändert hat.

Emden ist mir zu klein geworden. Oder anders gesagt: Ich bin rausgewachsen aus diesem Ort.

Die Häuser, die Strassen, die Leute, selbst die Art Auto zu fahren... es ist nicht mehr meins. Irgendwie habe ich mich verändert, mein Leben ist schneller geworden, genau wie mein Fahrstil, mein Blickwinkel hat sich erweitert, meine Zukunftsvisionen verändert. 
Natürlich ist das alles nicht über Nacht passiert, das wäre ja komisch, aber es ist mir nicht aufgefallen. Ich habe so getan als wäre alles wie immer, als hätte ich mich nicht verändert. Habe der Illusion geglaubt ich könnte weitermachen wie früher, wenn ich zurück komme, aber das funktioniert nicht. 
Ich muss mich anpassen, sehe die Stadt mit anderen Augen, fast ein wenig wie ein Aussenstehender. 
Ich habe gemerkt, dass es so nicht weiter gehen kann, dass es eine schlechte Farce wäre weiterhin so zu tun wie immer. 
Wir brauchen eine neue Beziehung, mein Emden und ich, wie auch immer das dann aussehen mag. 

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Schöner Text, Mareike! Und ich kann deine Gefühle so gut nachvollziehen, obwohl ich ja von einer Kleinstadt in eine andere gezogen bin (siehe: http://susisubkutan.blogspot.com/2008/07/wurzeln.html)
Bis bald!

Ralf hat gesagt…

Krasser Text! LG aus vom anderen Ex-ZU-KLEIN!!!Städter... :) Ralf